Montag, 8. November 2010

Jetzt bin ich schon vier Wochen auf den Philippinen und um ehrlich zu sein, kommt es mir bis jetzt wie ein langer Urlaub mit Freunden vor. Ich gehe zwar täglich ins Office und lerne nebenbei Waray Waray, trotzdem läuft es, bezogen auf die Arbeit, eher langsam. Deshalb dachte ich mir, dass ich doch am besten mal einige Aspekte des Lebens hier aufgreife.

Die Verkehrsmittel
Das alltägliche Verkehrsmittel scheint das Tricycle zu sein. Es ist ein Motorrad mit Seitenwagen, in den sechs bis zehn Personen hinein passen. Ich fahre zum Beispiel jeden Tag mit einem Tricycle in die Stadt und zurück, das sind so ca. 10km, für die ich 13Peso bezahle. Die Preise für ein Tricycle sind vermutlich, auch im Vergleich zum durchschnittlichen Einkommen, relativ erschwinglich. Jeden Fahrt innerhalb der Stadt kostet umgerechnet ungefähr 11cent. Die Tricycles sind oft total bunt angestrichen und haben manchmal sogar eine Musikanlage eingebaut. Mein lieblings Tricycle hat Blümchen Vorhänge....

Für längere Strecken eignet sich ein Jeepney, das sind alte umgebaute Ami-Schulbusse. Ebenfalls originell Bemalt und gestaltet. Jeepney werden in der Regel richtig voll gepackt, so dass man auch auf dem Dach gedrängt sitzt. Das relativ unbequem, allerdings auch sehr abenteuerlich ist. Eine Fahrt nach Salcedo beispielsweise ist 100km lang, dauert drei bis vier Stunden und kostet umgerechnet ca. 1,60 Euro. Auf dem Dach macht die Fahr umso mehr Spaß. 

Weitere öffentliche Verkehsmittel sind Busse, Miltivans, Van Vans, Minivans, und wahrscheinlich noch viel mehr, die so ähnlich sind.  Neben diesen öffentlichen Verkehrsmitteln gibt es vereinzelt Autos und sehr viele Motorräder, wobei ich glaube, dass diese eine Mischung aus Roller und Motorrad sind.

Obwohl durch das Vollstopfen der Verkehrsmittel unnötige Fahrten vermieden werden, halte ich  persönlich den Personentransport hier für ökologisch bedenklich. Autos bzw. Jeepneys sind extrem alt und die Masse an Motorrädern ist für einen ökologisch vertretbaren Verkehr wohl auch nicht von Vorteil. Allerdings erscheint mir der Verkehr auch um einiges unkomplizierter als in Deutschland und ich nutze diesen Vorteil natürlich auch sehr gerne, deshalb möchte ich mit der Äußerung meiner Kritik keine Verurteilung einhergehen lassen. 
Was mich allerdings beschäftigt  und nervt ist, dass man hier eine Art Freifahrtschein für unökologisches Handeln in die Hand gedrückt bekommt. Ich finde es eigentlich schrecklich, dass ich hier mit ziemlich bedenklichen Fahrzeugen durch die Gegend fahre, da ich im „normalen“ Leben nie auf diese Idee kommen würde. Ich würde sehr gerne Müll trennen, doch gibt es dafür keine Infrastruktur, die dies unterstützen würde. Mein Waschwasser kann ich entweder in den Abfluss, das heißt ins Meer, schütten, oder in den Garten, sprich früher oder später auch ins Meer. Und jetzt verstehe ich auch wie schwer es für die Menschen hier ist, etwas ökologischer zu leben. Allerdings glaube ich, dass ich mich  mit kleinen Erfolgen zufrieden geben muss, da es nicht von heute auf morgen funktioniert, ein ganzes System auf den Kopf zu stellen. Mülleimer aufstellen ist hier schon viel, an Mülltrennung kann da nicht sofort gedacht werden. Das heißt ich muss mich erst einmal damit abfinden, dass hier alles etwas anders läuft, um dann gezielt etwas sinnvolles zu unternehmen.

3 Kommentare:

  1. Hallo meine Süße, schön ein paar Zeilen von dir zu lesen. Ich freue mich schon rießig dich zu besuchen und dies alles zu sehen und erleben.Eigentlich will ich jetzt nur einmal schauen ob das mit dem Kommentar funktioniert. Wir serhen uns morgen im Skype.ILD Ma

    AntwortenLöschen
  2. Ich hänge mich deiner Ma an. Da wir nicht miteinander skypen können, lese ich einfach deine interessanten Kommentare und freue mich sehr, daß es Dir gefällt. Ich hoffe, daß Du ein klein bißchen von dem bewirken kannst, was Du Dir vorgenommen hast.Hier bei uns in Tannheim ist alles bestens und wir freuen uns jetzt schon auf Weihnachten, wenn dann die ganze Familie wieder einmal zusammen ist, wir miteinander essen, trinken, gute Gespräche führen und uns einfach rundum wohl fühlen können. Leider kannst Du dies in diesem Jahr nicht genießen und es wird Dir bestimmt auch etwas schwer fallen, an Weihnachten nicht zu Hause zu sein. Es ist halt doch eine besondere Zeit, dieser Advent und diese Weihnacht. Ich werde am Montag ein kleines Weihnachtspäckchen für Dich losschicken und hoffe, daß es Dich auch erreicht.
    Alles Liebe Ulrike und Peter

    AntwortenLöschen
  3. Übrigens, Du siehst einfach toll aus mit Deinen kurzen Haaren - bisch eifach a Schöni UuP

    AntwortenLöschen